Wo man Bier braut, da lässt sich’s gut leben!

—Sprichwort aus Tschechien

Malz
Ausgesuchtes Braumalz

In einschlägiger Fachliteratur hatten wir gelesen, dass man für einen Brautag viel Zeit einplanen sollte. Von 6-7 Stunden war häufig die Rede. Für uns bedeutete das: früh raus aus den Federn und direkt mit den Vorbereitungen anfangen. Gerätschaften und Zutaten mussten in den Keller geräumt, aufgebaut und vorbereitet werden.

Dann ging es los: Wasser für den Hauptguss vorbereiten, Malzsorten abwiegen, Kessel vorheizen. Die Spannung stieg. Das Einmaischen klappte dann auch erstaunlich gut, obwohl es unser Thermostat am Kessel mit der Temperatur nicht so genau nahm. Nach kurzer Zeit hatten wir den „richtigen Dreh“ raus und konnten nach etwa anderthalb Stunden abmaischen.

Kochen
Würzekochen

Was da aus dem Kessel lief, duftete bereits verlockend und ließ unsere jungen Brauerherzen gleich höher schlagen. Die Würze sah wirklich gut aus, das Läutern im Kessel klappte wunderbar und nachdem der Nachguss durch war, standen wir mit knapp über 30 Litern heißer Würze und sechs Kilo Treber da. Fürs erste Mal ist das tatsächlich eine beachtliche Ausbeute! Sparsam wie wir sind, hat Madeline aus dem Treber, der im Grunde genommen nur ein Abfallprodukt ist, ein leckeres Brot gebacken.

Nun ging es ans Hopfenkochen. Dafür mussten wir erst einmal den Kessel und andere Gerätschaften reinigen und schließlich die Würze wieder in den Kessel einfüllen. Nach einem ersten kurzen Überkoch-Eklat (mit Ansage, Anm. v. Johannes) ging auch dieser Schritt ohne weitere Komplikationen vonstatten und wir konnten nach 90 weiteren Minuten unseren Sud ins Gärfass abfüllen.

Ein Bier entsteht nicht einfach so von alleine. Dazu gehören auch ein Quäntchen Zauberei und gewisse Dinge, die niemand so recht versteht.

—Fritz Maytag, amerikanischer Braumeister

Malz
Fast geschafft: Abseien.

Jetzt hieß es warten. Die Würze haben wir in einem Eiswasserbad auf Anstelltemperatur runtergekühlt und schließlich die Hefe hinzugegeben. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Eigentlich muss der Sud nämlich gut umgerührt werden, damit die Hefe aktiviert wird. So mussten wir am nächsten Morgen ernüchtert feststellen, dass der Gärprozess noch nicht begonnen hatte. Das Problem wurde mit passendem Werkzeug jedoch schnell gelöst und siehe da: Es gärt!

In knapp einer Woche können wir das Ganze dann in Flaschen abfüllen, Kronkorken und Etiketten sind bereits auf dem Weg. Bis wir unser Bier genießen können dauert es dann zwar noch ein wenig, aber wir sind uns sicher, dass sich das Warten am Ende lohnen wird.